LV Einsatzübung 2006

Von Mittwoch, 24. Mai 2006, bis Sonntag, 28. Mai 2006, fand die Einsatzübung 2006 der DLRG LV Westfalen in Havelberg statt. Mit dabei war ein Bootstrupp aus Recke. Geplant waren verschiedene Übungen im Technischen sowie im SAN-Bereich und Taucheinsätze. Insgesamt waren bei der Übung 48 Boots- und sechs Tauchtrupps im Einsatz. Wir aus Recke bildeten einen Bootstrupp, bestehend aus dem MRB Recke und unserem MTW.

 

Anreise zu der Übung war am Mittwoch den 24. Mai 2006. Dazu trafen sich die Mitglieder unseres Trupps um 7:20 Uhr am Feuerwehrhaus in Steinbeck, um von dort aus in Richtung Ibbenbüren zu fahren. Dort wurden auf einem Parkplatz die Trupps für die Anreise in Kolonne zusammengestellt. Lediglich die Trupps aus Dortmund, Schwerte und Münster stießen später zu uns. Gegen 8:15 Uhr begann dann die Verlegung des 4 Wasserrettungszuges (WRZ) nach Nitzow / Havelberg in Sachsen-Anhalt zum Wasserübungsplatz des 803. Panzerpionierbataillon. Am Platz angekommen begutachteten wir zunächst die Örtlichkeiten, und schlugen dann das Lager auf für die nächsten Tage auf.

Der erste Tag der Einsatzübung 2006, so wie alle folgenden auch, begann um 6:00 Uhr mit dem Wecken, danach Abrücken zur Kaserne um 7:00 Uhr und um 9:30 Uhr einsatzbereit an den Fahrzeugen zu sein. An diesem Vormittag hatten wie einen Fahrauftrag für die Boote auf der Elbe, die von den Fahrzeugen parallel am Land begleitet wurden. Nach etwa 20-25 km bemerkten die Bootsbesatzungen am rechten Ufer dunkle Rauchwolken und hörten Hilfeschreie. Daraufhin setzten sich alle 11 Boote unter Einsatzbedingungen in Richtung Rauch in Bewegung. In der Nähe des Ufers angekommen blieben zunächst drei Boote auf dem Wasser um die Unfallstelle abzusichern. Die beiden Tauchtrupps die zu den vier WRZ gehören mussten eine Verletzte Person aus dem Wasser retten. Die anderen Motorrettungsboote landeten und die Besatzungen kümmerten sich um die Verletzten. Nachdem die Patienten über den Wasserweg abtransportiert waren und an Land übergeben wurden, slippte der 4. Zug aus fuhr zurück zum Wasserübungsplatz.Nachmittags bekam der 4. WRZ verschiedene Aufträge. Dazu wurde der Zug in 4 Gruppen aufgeteilt. Die Einsatzstellen dieser Gruppen lagen soweit auseinander, dass die Reichweite der Funkgeräte bis zum Übungsplatz wo der Zugführer stationiert war nicht reichte. Somit bestand die Aufgabe der Kraftfahrer darin einen geeigneten Platz zu finden und mit ihren Fahrzeugen Funkrelaisstationen zu bilden.

Am Vormittag des zweiten Übungstages hatte der 4. Wasserrettungszug einen so genannten Massenanfall von Verletzten (ManV) zu bewältigen. Von dem Übungsgelände an der Havel führen die Boot in Richtung Elbe. Kurz vor der Elbschleuse stieß der Zug auf um Hilfe rufende Personen und landeten. Der Tauchtrupp musste eine ertrunkene Person suchen. Insgesamt waren an Land sieben Verletzte und 10 Passanten zu versorgen, die nach erfolgter Erstversorgung mit den Booten zu einer von den Kraftfahrern inzwischen eingerichteten Verletztensammelstelle im Hafen des Wasserübungsplatzes gebracht wurden.Nachmittags war eine Fahrübung auf der Elbe angesetzt. Im Rahmen dieser Übung wurden verschieden Fahrmanöver und Formationen geübt und perfektioniert.

Am Freitagabend trafen dich alle 230 Einsatzkräfte sowie die „Realistischen Unfall und Notfall Darsteller“ (RUND)gab es als geselligen Höhepunkt einen Westfalenabend in dessen Rahmen der ausscheidenden Mitgliedern des Landesverbandes (LV) gedankt wurde. Diese Mitglieder haben vor 35 Jahren diese Art der Einsatzübung erfunden und dann Jahr führ Jahr die größte Übung dieser Art in Deutschland organisiert.

Am dritten Tag der Übung hatten die Bootsbesatzungen die Aufgabe eine vom Hochwasser eingeschlossene Insel zu erkunden und etwaige Evakuierungsstellen ausfindig zu machen. Die Kraftfahrer verlegten während dessen auf einen Parkplatz in der nähe dieser Einsatzstelle. Dort angekommen fanden diese eine durchnässte Person mit Nasenbeinfraktur vor. Im Gespräch mit der Person stellte sich heraus, dass diese die Verletzung von einer Schlägerei von einer Schlägerei am Hafen habe. Am Hafen, wurde dann auch sehr schnell der Verlierer dieser Schlägerei reglos im Wasser liegend gefunden und versorgt. Die Wartezeit bis die Bootsbesatzungen ihren Übungsteil erledigt hatten wurde mit Fahrübungen auf dem Parkplatz überbrückt.

Sonntags den 28. Mai 2006 erfolgte dann um 9:30 Uhr die Abreise im Großverband. Das heißt, dass ca. 55 Fahrzeuge mit Blaulicht und Sirene vom Übungsplatz in Kolonne Richtung Autobahn fuhren. Da die Lokalpresse ausgiebig über diese Einsatzübung berichtet hatte und unter anderem auch die Route des Großverbandes angegeben war, säumten einige Schaulustige den Wegrand dieses gut 2 km langen Verbandes. An der Autobahn wurde der Verband dann wieder in die vier Züge aufgeteilt.

Man kann diese Übung analog zum Ausspruch „the best games ever“ des IOC Präsidenten zum Abschluss jeder Olympischenspiele ohne Übertreibung. Als Beste Übung bislang bezeichnen.